Schule – Wildes Raubtier oder zahmes Lämmchen?

Wie man sich als Schüler die Schulzeit angenehmer gestalten kann – von Evangeline Kageaki.

„Aufstehen, Kevin, du musst in die Schule!“ – Na, das hört man doch gern. Bestimmt springt Kevin sofort voller Begeisterung aus dem Bett und ruft: „Yeah, endlich beginnt ein neuer Schultag, womöglich sogar der beste meines Lebens!“ Die meisten Eltern, die ihre jugendlichen Sprösslinge morgens wecken, wissen jedoch aus Erfahrung: Wohl kaum.

Viele Schüler reizt es nicht gerade zu Freudensprüngen, täglich zur Schule zu gehen. Aber warum? Wieso macht die Schule so vielen keinen Spaß? Jeder Teenager würde eine Reihe von Gründen dafür finden. Aber sehen wir uns doch mal die wichtigsten Spaßkiller des schulischen Alltags an.

Das MUSS

Das MUSS Nummer 1: Man MUSS in die Schule gehen. In unserem schönen Land besteht nun mal zehn Jahre Schulpflicht. Ob man will oder nicht, zehn Jahre lang muss man zur Schule gehen – da bleibt den Schülern nichts anderes übrig. Spätestens im Teenageralter und in der Pubertät wird es aber mal so richtig uncool, irgendetwas zu MÜSSEN! Kurze Erinnerung: In dieser Phase begegnet man Vorschriften und Zwängen aller Art mehr oder weniger prinzipiell mit Trotz und Ablehnung. Die Frage ist: Würden die Schüler lieber zur Schule gehen, wenn sie das Gefühl hätten, das vollkommen freiwillig zu tun? Wenn sie wüssten, dass es ihre Entscheidung ist, dieses Angebot anzunehmen? Und wenn sie die Bildung, die sie bekommen, als ein Geschenk betrachteten, das sie sich glücklich schätzen könnten erhalten zu dürfen (im Vergleich zu vielen Kindern in Entwicklungsländern ohne diese Möglichkeit)?

Wenn die Schule als ein Ort angesehen werden könnte, an dem es viel Neues zu erfahren und eine Menge Interessantes zu lernen gibt? Wetten, dass die Sache dann gleich ganz anders aussehen würde? Auf jeden Fall würden sich die Schüler wohler dabei fühlen, weil sie dann aktiv auf ihre Ziele hin agieren, statt auf den Zwang eines anderen zu reagieren. Es braucht zwar am Anfang etwas Überwindung, aber diesen Wechsel der inneren Einstellung kann jeder Schüler selbst erreichen, ob sich die gesetzliche Lage der Schulpflicht nun ändert oder nicht. Schon klar, in der Schule MUSS man dann auch wieder eine ganze Menge und DARF so einiges NICHT. Solange all diese Regeln und Vorschriften aber nun mal existieren, kann man sich entweder mit ihnen gut stellen und gut gelaunt das Beste aus der Situation machen oder trotzig und schlecht gelaunt dagegen steuern und überall anecken. Beides sind nachvollziehbare Wege. Da muss sich jeder selbst fragen: Was ist für mich sinnvoller und angenehmer?

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Bild: Stokkete, shutterstock.com

Die Bewertung und der Vergleich

Die Spaßbremse Nummer 2: Man wird ständig bewertet und mit anderen verglichen. Das hier ist ein sehr großes Thema für viele Schüler, auch wenn sie sich dessen oft eher unterschwellig bewusst sind. Ist ja auch kein Wunder – permanent wird man auf die Probe gestellt, bewertet, kritisiert oder gelobt und dann dem erzielten Ergebnis entsprechend in eine Schublade eingeordnet. Als Schüler lernt man mit der Zeit, sich mit den eigenen Bewertungen zu identifizieren. Für diejenigen, die gute Ergebnisse erreichen, mag das vielleicht ganz nett sein, aber wie fühlen sich wohl diejenigen, die mit ihren Noten unter dem Durchschnitt liegen? Ich bin mir nicht sicher, ob das für diese Mädels und Jungs genauso nett ist. In unserer leistungsorientierten Gesellschaft, in der nur das Beste und Größte gefeiert wird, kann man im Vergleich mit anderen schon mal schnell ein Gefühl der Minderwertigkeit bekommen, wenn man sich dauernd unter dem Durchschnitt bewegt. Unter dem Durchschnitt befinden sich jedoch an die 50 Prozent! Denn so wird ja der Durchschnitt definiert – die eine Hälfte befindet sich auf der oberen Seite und die andere Hälfte auf der unteren, die Grenze dazwischen ist der Durchschnitt.

Ich glaube, auch als Außenstehender kann man sich gut vorstellen, wie es ist, Tag für Tag aufgrund seiner erbrachten Leistung begutachtet und klassifiziert zu werden. Ein Teenager würde sagen: Zum Kotzen! Was kann man als Schüler diesbezüglich tun? Muss man sich einfach mit seinen unangenehmen Gefühlen abfinden? – Nein, muss man nicht. Es braucht zwar etwas Standhaftigkeit und Gelassenheit, aber man kann sich innerlich von dieser ganzen Bewerterei abgrenzen. Klar, die Lehrer werden deswegen nicht aufhören, ihre Noten zu machen, aber man steigert sich gefühlsmäßig nicht mehr so hinein. Auch wenn die Gesellschaft, die Lehrer und irgendwann auch die Mitschüler einem weismachen wollen, dass man sich mit seiner Leistung zu identifizieren hat – wenn man sich immer vor Augen hält, dass es nicht die Noten und die Zeugnisse sind, die einen selbst ausmachen, sondern vielmehr die eigenen Wesenszüge, Ideen, Visionen, Leidenschaften und Absichten, kann man den bewertenden und kategorisierenden Leuten ins Gesicht grinsen und sagen: „An mir beißt du dir mit deinem Gehabe nur die Zähne aus.“

Es wird Zeit, dass die Menschen aufwachen und erkennen, dass man doch nicht jeden an seiner Leistung (in Deutschland bevorzugt die geistige) messen und in der Folge als besser oder schlechter ansehen kann! Ist etwa der studierte Hochgelehrte ein besserer Mensch als der Kellner mit Hauptschulabschluss, nur weil er mehr Bildung genossen und kompliziertere Dinge durchdacht hat? Wohl kaum. In dieser Gesellschaft hat es aber fast ein wenig den Anschein… Der beste Weg, mit all dem umzugehen, ist, sich darüber im Klaren zu sein, dass die eigene Leistung nicht das eigene Wesen definiert, dass man weder besser noch schlechter als jemand anders ist, weil man bessere oder schlechtere Noten schreibt als andere, und dass der einzige Mensch, mit dem man sich, wenn überhaupt, vergleichen sollte, man selbst ist. Jeder hat vollkommen unterschiedliche Erfahrungen gemacht, ist unter anderen Umständen aufgewachsen und hat ein komplett individuelles Innenleben – wie kann man da erwarten, dass mehrere Leute genau gleich auf ein und dieselbe Situation reagieren? Sich selbst mit jemand anderem zu vergleichen ist im Grunde so, wie einen Apfel mit einer Wassermelone zu vergleichen oder eine Maracuja mit einer Mango – ziemlich sinnfrei. Wenn du dich schon mit jemandem vergleichen willst, dann mit dir und deinem früheren Selbst. Dann kannst du dich auch über jeden Fortschritt freuen, den du machst.

Uninteressante Themen und Lehrer

Und der letzte große Spaßkiller, der hier besprochen werden soll: Uninteressante Themen und Lehrer. Viele Schüler können ein Lied davon singen: Unterrichtsstoff, gegen den selbst der Tagesablauf einer Mikrobe interessant wirkt, und Lehrer, deren langsames und monotones Gerede einen magisch in den Bann zieht und die Augenlider immer schwerer und schwerer werden lässt… – Auf so was soll man Lust haben? Das ist doch zum Abgewöhnen! – Es macht wirklich keinen Spaß, sich mit etwas zu beschäftigen, was einen null interessiert und einem unglaublich langweilig erscheint. Worüber aber kaum jemand nachdenkt: Es liegt vollkommen im Auge des Betrachters, ob etwas langweilig ist oder nicht. Der eine Schüler brennt geradezu darauf, zu erfahren, wie sich die Moleküle bei einer elektrophilen Addition verhalten, der andere kann sich nichts Langweiligeres vorstellen.

An sich ist diese molekulare Reaktion weder langweilig noch interessant. Wie sie dir vorkommt, hängt nur von deiner Einstellung ab. Ist in dir der Forschergeist aktiv, der alles ergründen, verstehen und nachvollziehen will, wirst du dir diesen chemischen Vorgang wahrscheinlich gerne genauer ansehen. Bist du aber im Moment bereits zufrieden mit dem Wissen, das du bereits hast, und in Gedanken schon bei den Kumpels, die du am Nachmittag treffen willst, ist dieses Thema einfach nur lästig für dich. Auch hier sollte man sich überlegen: Wobei fühle ich mich besser? Das Lernen kann richtig Spaß machen, wenn man seinen kreativen Forschergeist erweckt und die Faszination in allem, was es zu wissen gibt, entdeckt. Wenn man daran noch ein wenig zu arbeiten hat, sollte man sich in betreffenden Situationen immer wieder fragen: Was ist an dieser Sache interessant? Unter welchen Umständen könnte mir dieses Wissen nützlich sein? In welcher Lage könnte ich diese Informationen sehr gut gebrauchen?

Das Resultat wird erstaunlich sein – man findet immer etwas, was an einem Thema interessant ist (bei der elektrophilen Addition könnte man interessant finden, dass hier zwei Moleküle so stark voneinander angezogen werden, dass sie miteinander einen Bund eingehen und zu einer Einheit verschmelzen – fast wie ein verliebtes Pärchen), man begeistert sich viel eher dafür und nimmt Wissen viel leichter auf – selbst wenn es einem in Form von einlullendem monotonem Singsang geliefert wird. Und voilà, schon kann man die „langweiligen“ Themen und Lehrer etwas gutmütiger betrachten.

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Bild: Ollyy, shutterstock.com

Das Beste draus machen!

Wenn man mit diesen drei großen Spaßbremsen umgehen kann, wird das Leben in der Schule schon um einiges leichter und angenehmer, was sehr von Vorteil ist, denn: Man muss die Zeit ja sowieso „absitzen“. Wieso sollte man nicht das Beste daraus machen, die Zeit sinnvoll nutzen und vielleicht noch etwas Spaß dabei haben? Für mich bedeutete das sinnvolle Nutzen meiner Schulzeit, dass ich mein Bestes gab und mich anstrengte, um das bestmögliche Ergebnis herauszuholen und zum Schluss sagen zu können, dass sich das Ganze gelohnt hat!

Und auch wenn einem die ständigen Bewertungen zum Hals raushängen – in dieser Welt können sie eben doch mal ganz nützlich sein. Sie qualifizieren einen maßgeblich für bestimmte Aufgaben, Berufe oder Studiengänge. Wenn man also gute Voraussetzungen für seinen anspruchsvollen Traumjob oder einfach mal alle Türen offen haben will, sind gute Noten bzw. ein gutes Abschlusszeugnis schon mal ganz hilfreich. Selbst wenn man sich jetzt nicht so extrem ins Zeug legen möchte, wie ich es getan habe, gibt es ein paar relativ simple Tricks, die den eigenen Erfolg steigern können.

Ein Beispiel: Viele Schüler haben ein Problem mit starker Nervosität und Aufregung bei Prüfungen, was so weit gehen kann, dass sie vor Stress einen Blackout bekommen und absolut keinen Zugang mehr zum gelernten Wissen haben. Und selbst wenn die Aufregung nicht ganz so extrem ist – förderlich für eine optimale Konzentrationsfähigkeit ist sie ganz und gar nicht. In Prüfungssituationen sollte man sich vollkommen auf das Hier und Jetzt konzentrieren und keinen Gedanken an die Vergangenheit oder Zukunft verschwenden. Die Aufmerksamkeit sollte allein der zu bewältigenden Aufgabe gelten. Gedankliche Abschweifungen aller Art sind zu vermeiden, vor allem aber die ständige Selbstreflexion! Das Schlimmste, was einem in einer Schulaufgabe passieren kann, ist nämlich, dass man sich dauernd fragt, ob man auch wirklich alles richtig macht und was denn womöglich alles passieren könnte, wenn man den Test versaut und in der Folge eine schlechtere Note ins Zeugnis bekommt und die Eltern sich Sorgen machen und so weiter und so fort… Genau diese Gedanken und Schreckensszenarien sind es, die die innerliche Nervosität an eine Hochgrenze treiben und zu einer Gedankenblockade führen können! Besser ist: Cool bleiben, sich klar machen, dass das eigene Leben nicht von dieser einen Prüfung abhängt, und sich auf den Moment konzentrieren.

Außerdem: Wenn ihr euch schon Gedanken über eure Zukunft machen wollt, dann macht euch zumindest positive! Visualisiert einen optimalen Ausgang eurer Lage an, stellt euch vor, dass alles perfekt ablaufen wird und blickt vertrauensvoll und zuversichtlich nach vorne. Damit tut ihr euch und eurer Leistungsfähigkeit noch was Gutes.

Es gibt übrigens tolle ätherische Öle, die einem dabei helfen können, in stressigen Situationen wie Prüfungen entspannt zu bleiben und einen kühlen Kopf zu bewahren. Auch auf die mentale Leistungsfähigkeit können sie sich auswirken – man hat zum Beispiel festgestellt, dass ätherisches Zitronenöl die Konzentration um bis zu 50 Prozent steigern kann! Mir haben in meinen Abiturprüfungen ätherisches Pfefferminzöl und Zitronenöl gute Dienste geleistet.

Tipp: Optimismus

Ein weiteres kleines Erfolgsgeheimnis ist: Optimismus. Wenn man in allem das Positive sucht und Misserfolge und Fehler einfach als Möglichkeit sieht, dazuzulernen und es beim nächsten Mal noch besser zu machen, geht man viel entspannter durch das Leben und lässt sich nicht so schnell entmutigen und aus der Bahn werfen, wie wenn man sich tierisch über jede kleine Sache aufregt, die nicht so gelaufen ist wie geplant. Wer wird wohl tatkräftiger voranschreiten – jemand, der im Fluss bleibt und das Glas immer halb voll sieht, oder jemand, der eher pessimistisch eingestellt ist und sich leicht durch Negatives herunterziehen lässt?

Tipps und Tricks im Buch „1er-Abi? – So geht’s!“

Es gibt noch eine Menge weitere Methoden, Tipps und Tricks, die mir auf meinem Weg zum Abitur geholfen haben und mit deren Hilfe ich schließlich einen Abiturdurchschnitt von 1,4 erreichte. Genauer erläutert sind all diese Methoden in meinem Buch „1er-Abi? – So geht’s!“. Dieses Buch ist als Unterstützung für alle Schüler gedacht, die schon auf ihren Abschluss hinsteuern und nochmal Gas geben wollen, und generell für all diejenigen, die sich schwer mit der Schule tun und sich bessere Ergebnisse wünschen.

Ja, ich weiß, Schule kann hart sein. Aber ich weiß auch: Wenn man es richtig anstellt, ist alles halb so schlimm. Und auch wenn man eine Menge Quatsch in der Schulzeit erlebt, nimmt man doch die ein oder andere nützliche Sache aus ihr mit (zum Beispiel gute Englischkenntnisse oder etwas Allgemeinwissen). Dass das aktuelle Schulsystem für das Gedeihen der Schüler nicht optimal ist, kann jeder gut erkennen. Aber solange man als Schüler da durch gehen muss, sollte man nicht verzweifeln, sondern seine Zeit sinnvoll einsetzen und selbstbestimmt die eigenen Ziele verfolgen. Wenn man das Schulsystem bewusst und mit offenen Augen wahrnimmt, einfach locker damit umgeht und als kreativer Schöpfer souverän seinen Weg geht, wird die Sache schon um ein Vielfaches angenehmer und leichter.

 

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„1ER ABI? – So gehts!“

Im ersten Buch von Evangeline Kageaki werden viele Tipps und Tricks zum erfolgreichen Meistern der Schule aufgezeigt, gerade für die Jahrgangsstufen zehn bis zwölf gedacht, wenn es an den Endspurt geht. Erfahre alle Erfolgsgeheimnisse, die ihr beim Erreichen ihres 1er-Abis geholfen haben.

Mit dabei ist auch ein Kapitel über Ätherische Öle, die für die Autorin in der schulischen Arbeit wichtige Hilfsmittel darstellten. Enthalten sind dabei außerdem Auraphotographien vorher/nachher zu dem ätherischen Öl Valor (Mut).

Erfahre mehr auf Evangelines Homepage: www.spitzenabi.de

Evangeline Kageaki ist auch eine der Referentinnen am großen Wege in die Freiheit Kongress am 21. und 22. November in Stuttgart.

 

 

 

 

 

 

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Author: Evangeline Kageaki

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1 Kommentar

  1. Vielen lieben Dank für den positiven Bericht. Mir erging es genauso. Ich erkannte, dass es an mir liegt, wie spannend etwas ist. Das war während meiner Schulzeit so und ist auch noch heute nicht anders. Ich las z.B. die Bücher aus dem Deutschunterricht jeweils von A bis Z und nicht nur wie andere die Zusammenfassung davon. Deshalb war es für mich auch spannend während dem Unterricht diskutieren zu können. Ich bin sehr dankbar für das Gelernte während meiner Schulzeit. Vieles habe ich auch vergessen. Aber dennoch erhielt ich ein Wissen, das immer noch gegenwärtig ist. Dennoch finde ich es wichtig, dass sich die Schule verändert und vor allem die 2. Spassbremse gelockert wird.

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