Eigenverantwortung – Warum es unmöglich ist sie WIEDER mehr zu übernehmen

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Sollten wir wirklich wieder mehr Eigenverantwortung übernehmen?             Bild: shutterstock.com

In Zeiten der sich zuspitzenden Krisen sind Lösungen gefragt und die Frage nach den Ursachen wird zunehmend wichtiger. Was, wie überall so auch auf der Suche nach dem Bösen, zur Mangelware wird, ist Vernunft und ein gesunder Menschenverstand. Was holt die Gesellschaft also aus der Sackgasse und was hat das mit Eigenverantwortung zu tun?

– Von David Bilger –

 

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Die große Illusion

Wer sich dieser Frage nach einer Lösung annimmt, der kommt, wenn es gut läuft, schnell zu dem Schluss: „Wir müssen WIEDER mehr Eigenverantwortung übernehmen.“ Doch auch diese Konsequenz ist ein Trugschluss, denn wenn wir versuchen, die Eigenverantwortung wieder konsequent in die eigenen Hände zu nehmen, stellen wir fest, dass wir dieselbe niemals abgegeben haben. Dass ein Mensch Verantwortung für die Taten Anderer übernehmen könnte, ist eine große Illusion und genau so illusionär ist der Glaube daran, dass wir Verantwortung für unsere eigenen Taten oder besser gesagt die Folgen daraus für andere, übernehmen können.

 

Tatsachen geschaffen

Wir kennen das aus Filmen oder manchmal vielleicht sogar aus dem echten Leben – ein Übeltäter begeht ein schlimmes Verbrechen und wird gejagt, damit man ihn zur Verantwortung ziehen kann. Vielleicht wird der Übeltäter geschnappt und hinter Schloss und Riegel gebracht oder er wird für seine Taten gequält und getötet – das Ganze nennt man dann ein Happyend.. Doch Du kennst dieses unbefriedigte Gefühl, denn der Bösewicht hat durch seine Verbrechen Tatsachen geschaffen, die durch seine Inhaftierung oder sein Leiden keinen Ausgleich für die Opfer bieten kann. Die Konsequenzen aus dieser Missetat hat jeder der betroffenen Opfer selbst zu tragen. Das selbe gilt natürlich beim Thema Gesundheit, hier ist es scheinbar besonders wichtig wieder mehr Eigenverantwortung zu übernehmen und diese nicht immer an die „Götter in Weiß“ abzugeben. Doch auch hier war es ein Trugschluss, dass wir die Verantwortung an den Arzt abgeben können, denn bei einer Fehlbehandlung muss allein der Patient mit den gesundheitlichen Folgen leben – es sei denn, der Patient ist an der falschen Behandlung verstorben. In jedem Fall kann der Arzt höchstens mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe belangt werden. Was nützt das jetzt noch dem Geschädigten? In aller Regel nicht viel! Bei gefährlichen Eingriffen und bei vielen radikalen Therapien lässt der Arzt den Patienten sogar eine Einwilligungserklärung unterzeichnen um sich selbst aus der Haftung zu nehmen.

 

Politiker mit Verantwortung?

Wir mussten also schon immer selbst die Verantwortung für uns selbst tragen und das betrifft auch das, was durch uns hervor geht. Als Beispiel soll das Vermögen dienen, das wir uns angearbeitet haben – setzen wir hier alles auf das falsche Pferd weil uns ein offizieller und hoch dekorierter Experte dazu geraten hat oder wir einem Betrüger aufgesessen sind, bekommen wir unser hart erarbeitetes Geld in der Regel nicht zurück und die geschaffenen Tatsachen sind die Konsequenzen aus unserem fremd- bestimmten Handeln. Auch der „Staat“ soll so manche Verantwortung für uns übernehmen, er ist aber selbst meist nicht negativ von seinen Entscheidungen betroffen. Alle vier Jahre geben wir unsere Stimme ab um sie einem unserer Lieblingspolitiker zu verleihen. Mit unserer Stimme geben wir, so denken wir weitläufig, dem Politiker auch eine Verantwortung und hoffen dass er uns nicht enttäuscht. In Wirklichkeit geben wir aber Ärzten, Finanzberatern, Politikern und allen anderen Mitmenschen in unserem Leben niemals unsere Verantwortung ab – wir schenken ihnen nur unser Vertrauen. Wird dieses jedoch gebrochen, so nimmt uns niemand die Folgen ab und zeigt sich dadurch verantwortlich.

 

Die richtige Stelle

Was wir also brauchen, ist nicht „ein Mehr“ an Eigenverantwortung, denn die Verantwortung über das eigene Leben kann man nicht einmal mehr und einmal weniger haben, sondern wir brauchen ein Bewusstsein darüber, dass nur wir selbst und niemand sonst dafür verantwortlich gemacht werden können, wie unser Leben läuft. Wenn wir das wissen und etwas verändern wollen, dann fangen wir damit bei uns selbst an und sind damit an der richtigen Stelle – verändere Dich selbst und Du veränderst die Welt.

 

Vertrauen schenken

Natürlich müssen wir außer uns selbst auch noch anderen Menschen vertrauen, denn wir sind auf unsere Mitmenschen angewiesen, wenn wir nicht allein auf einer einsamen Insel leben. Aber wir sollten uns darüber bewusstwerden, dass nur wir selbst die Folgen für Fehler tragen müssen und wenn wir das wissen, fällt die Entscheidung darüber, wem wir wieviel Vertrauen schenken, sicherlich ganz anders.

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“ Das Gesundheitswesen hat nicht etwa das Interesse, die Kunden nachhaltig gesund zu machen, denn dann würde es selbst immer weniger gebraucht werden.“ Bild: shutterstock.com

Gleiches Interesse ist ausgeschlossen?

Einem Arzt vertrauen wir unsere Gesundheit an und da die Ärzte tolle Urkunden und Diplome an der Wand hängen haben, gehen wir davon aus, dass wir uns selbst nicht das Wissen darüber aneignen müssen, wie unser Körper, unsere Biologie und wie Gesundheit funktioniert. Das kann aber auch schnell ins Auge gehen, denn das „Gesundheitswesen“ hat nicht etwa das Interesse, die „Kunden“ nachhaltig gesund zu machen, denn dann würde es selbst immer weniger gebraucht werden. Wir sollten uns also selbst das Knowhow über unsere Gesundheit aneignen, denn dann müssen wir unser Vertrauen nicht weiter Menschen schenken, die niemals das gleiche Interesse an unserem Wohlbefinden haben können wie wir selbst.

 

Ganzheitliches Wissen

Wenn wir uns selbst marktwirtschaftliches Wissen und das Wissen über die Systemzusam- menhänge aneignen, dann wissen wir bereits mehr als die große Masse der Finanzberater und können selbst einschätzen, wie wir unser Geld anlegen und welche Risiken wir damit eingehen. Jeder „Experte“, der es gut mit uns meint, meint es in erster Linie gut mit sich selbst, denn seine erste Motivation ist es mit seiner Tätigkeit Geld zu verdienen und seine eigenen Bedürfnisse zu befriedigen.

Es geht also überall um ein ganzheitliches Wissen, daran führt letztendlich kein Weg vorbei. Ein Beispiel: Wenn ein Bauherr auf den Rat der etablierten „Experten“ vertraut, wird dieser kein sinnvolles Modell für sein Bauprojekt finden und nach einigen Jahren wird dieser „systemgläubige“ Bauherr bedauern, ein „Passiv-Energie-Haus“ gebaut zu haben. Nach und nach wird sich der Dämmwert verschlechtern und nach ein oder zwei Jahrzehnten muss neu renoviert werden.

 

Stabilität und Orientierung?

Viele Modelle im Bereich Vermögensanlagen funktionieren nur über Subventionen des „Staates“, wodurch wieder das Gefühl suggeriert wird, dass der „Staat“ Verantwortung übernimmt, was natürlich auch nur eine Illusion ist. Der „Staat“ scheint sowieso in sehr vielen Bereichen Verantwortung für seine „Schafe“ zu übernehmen. Er sorgt beispielsweise dafür, dass wir Schulen haben in die wir gehen müssen. Vater Staat zeigt uns, wie wir leben und denken sollten, er bestimmt für uns, was wir für eine medizinische Versorgung bekommen können und was an Universitäten gelehrt wird und damit definiert er auch, was wissenschaftlicher Kenntnisstand ist. Die Menschen selbst sind in den Augen des Staates zu dumm, um die eigenen Bedürfnisse zu kennen. Der Staat gibt uns Stabilität und Orientierung und ohne ihn würde die Welt im Chaos versinken – so suggeriert er es zumindest über alle Kanäle.

 

Nur der eigene Vorteil?

Wir sind also auf gute Entscheidungen unserer Mitmenschen angewiesen und gleichzeitig stehen wir mit den Folgen, die uns direkt betreffen, allein da. Ist der Schluss, den man aus der bisher beschriebenen Erkenntnis gewinnen könnte, dass jeder nur nach seinem eigenen Vorteil schauen sollte?

 

Ethisch veranlagt

Zwar ist es überall sauber, wenn jeder im übertragenen Sinne vor seiner eigenen Haustüre kehrt, aber wir können nicht vermeiden auch das Leben vieler anderer Menschen zu beeinflussen. Auch umgekehrt ist es, wie schon beschrieben unvermeidlich, dass viele Menschen unser Leben beeinflussen. Wir bauen darauf, dass diese Menschen nach ethischen Prinzipien handeln und uns nicht schaden wollen. Genau so sollten wir auch unser eigenes Handeln bemessen. Das ethische Handeln ist jedoch in uns veranlagt, denn jeder Mensch ist in sich von Grund auf eine Ethische Instanz solange er geistig gesund ist. Zum Problem wird das nur dann, wenn Menschen in Bedrängnis geraten oder psychopathisch veranlagt sind.

 

„Die politische Kaste muss ihre Existenzberechtigung beweisen, indem sie etwas macht. Weil aber alles, was sie macht, alles viel schlimmer macht, muss sie ständig Reformen machen, das heißt, sie muss etwas machen, weil sie etwas gemacht hat. Sie müsste nichts machen, wenn sie nichts gemacht hätte. Wenn man nur wüsste, was man machen kann, damit sie nichts mehr macht.“
Roland Bader

 

Psychopaten an der Macht

Das herrschende System fördert psychopathisch veranlagte Menschen, die andere übervorteilen – die politische Kaste ist voll davon und auch in den Führungspositionen der Wirtschaft haben wir das Problem, dass die Fäden zu einem sehr großen Anteil von psychisch kranken Menschen gezogen werden. Das Problem ist, dass wir diesen Menschen gnadenlos ausgeliefert sind, denn die haben die Waffen. Dieses Problem ist in einem Herrschaftssystem „systemimmanent“.

 

Bewusstsein für mehr Freiheit

Das Bewusstsein darüber, dass wir immer eigenverantwortlich sind und es auch immer bleiben werden, zeigt uns, dass wir keine übergeordnete Instanz brauchen um zu wissen, wie wir leben wollen. Zumal wir uns diese Instanz nicht einmal heraussuchen können. Dieses Bewusstsein über die Eigenverantwortung führt letztendlich zu einem Mehr an Freiheit.

 

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Erschienen ist dieser Artikel in der Ausgabe 28, September/Oktober 2015.

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NEUZEIT 28 SEPTEMBER OKTOBER 2015

Author: David Bilger

David Bilger ist Journalist, Redakteur und Gründer des NEUZEIT Magazins und der dazugehörigen Vereinigung dem „Netzwerk für ein lebenswerte Zukunft“ (NEUZEIT Netz e.V.). Seit dem Tod seines Vaters 2009 beschäftigt ihn vor allem die Frage von Ursache oder Symptom aller und im Besonderen von den sogenannten „unheilbaren Krankheiten“. Während seiner unternehmerischen Tätigkeit als Immobilienmakler stieß er dann auf die Ursachen der Krisen im Finanzsystem und erlangte die Erkenntnis, dass diese Ursachen für die meisten Missstände unserer Gesellschaft verantwortlich sind. Diese Erkenntnis gab ihm den Anstoß, die Tätigkeit als Immobilienmakler aufzugeben. „Ich wollte mich von nun an für sinnvolle und konstruktive Dinge einsetzen und nicht weiter das System `füttern`“ so der Redakteur. Von nun an erforschte er die Ursachen in allen Gesellschaftsbereichen und machte sich auf die Suche nach sinnvollen Lösungen. Im September 2012 gründete er dann das NEUZEIT Magazin, welches das Ziel hat, die tatsächlichen Ursachen für die gesellschaftlichen Verwerfungen und echte Lösungen für eine lebenswerte Zukunft zu kommunizieren. Diese lebenswerte Zukunft sieht der Jungredakteur zwar gefährdet, aber nicht verloren. „Eine Chance haben wir nur mit einem starken Bewusstsein für Ursache und Wirkung“, meint er in einer seiner Publikationen im NEUZEIT Magazin. Wie man das Potenzial ganzheitlicher Methoden zielführend einsetzen kann, zeigt er auch in seinem Gesundheitscoaching. Folge David Bilger auf FACEBOOK und INSTAGRAM

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